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FI-Schutzschalter (RCD)

Die Internationale Bezeichnung lautet RCD, das ist eine Abkürzung und steht für:

Residual Current Protective Device (Fehlerstom-Schutzeinrichtung).


FI-Schutzschalter gewöhnlicher Bauart haben die Aufgabe, Betriebsmittel innerhalb einer Zeit von 0,2 bzw. 0,4s allpolig abzuschalten, falls durch einen Isolationsfehler eine gefährliche Berührspannung auftritt.

Die tatsächliche Abschaltzeit kann oftmals erheblich kürzer sein, da diese vom Stromanstieg pro Zeiteinheit und von dem Auslösestrom abhängig ist.

Diese Art von Schutzeinrichtung bietet einen besonders hohen Schutz gegen einen gefährlichen elektrischen Schlag.

Funktionsweise

Die aktiven Leiter (L1, L2, L3 und N), die vom Netz zu dem Verbraucher führen werden durch einen sogenannten Summenstromwander geführt. Liegt kein Fehler vor, so ist die Summe der Ströme in den Leitungen gleich null. Deshalb haben sich auch alle magnetischen Wechselfelder, die die Leiter umgeben, gegenseitig auf. In der Ausgangswicklung (im Bild die rot markierten Leitungen) des Summenstromwandlers wird keine Spannung induziert. Der elektromagnetische Auslöser kann nicht auslösen.

Tritt ein Erdschluss oder ein Körperschluss auf, fließt ein Teilstrom über die Erde bzw. den Schutzleiter zum Spannungserzeuger zurück. In diesem Fall ist die Summe aller Ströme ungleich null. Dadurch sind die magnetischen Wechselfelder der Leiter unterschiedlich und heben sich nicht mehr gegenseitig auf und es wird in der Ausgangswicklung des Summenstromwandlers eine Spannung induziert. Der elektromagnetische Auslöser schaltet den FI-Schutzschalter allpolig ab.


Mit der Prüftaste kann ein Fehler simuliert werden. Wichtig hierbei, damit kann nur das Auslösen geprüft werden nicht aber die Wirksamkeit des Schutzsystems.

Die Auslösung des FI-Schutzschalters ist vom Betreiber der Anlage bei nicht stationären Anlangen an jedem Arbeitstag, bei stationären Anlagen mindestans alle 6 Monate zuprüfen.

Einsatzgebiet

Sie werden in Laborräumen, Schulen und Ausbildungsstätten, landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Anlagen, Schwimmbädern, medizinisch genutzten Räumen sowie in feuergefährdeten Betriebsstätten vorgeschrieben.

In Neuanlagen und zur Verbesserung des Schutzumfanges in Altanlagen z.B. bei nachträglichem Einbau in Stromkreisen für Bade- und Duschräume, werden Kombinationen aus LS-Schaltern und FI-Schutzschaltern verwendet.

Um den Schutzumfang weiter zu erhöhen werden Personenschutz-Steckdosen oder Stecksosenleisten mit einem RCD IΔn ≤ 10mA bzw. 30mA ausgestattet.

Besondere Schutzeigenschaften

FI-Schutzschalter bieten auch Schutz gegen Brände die durch Erdfehlerströme entzündet werden. Durch den RCD können auf Grund der geringen Auslöseströme von 10mA bis 500mA nicht so hohe Leistungen an der Fehlerstelle entstehen. Ein solcher Schutz wird von keiner anderen Schutzmaßname gewährleistet.

Weiterhin bietet der RCD mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 10mA bis 30mA auch Schutz gegen direktes Berühren.